My home is my Wohnwagen- Leben gegen die A 17
Ungefähr dreißig Jugendliche gründeten im April 1997 bei Pennrich das Hüttendorf gegen die A 17, um gegen den Autobahnbau ein sichtbares und wirkungsvolles Zeichen zu setzen. ((c) DRESDNER 9/98)
Zum Abendessen unterm Birnbaum- Altlöbtau 18Hinter der Adresse Altlöbtau 18 verbirgt sich eines der letzten uralten Häuser des denkmalgeschützten Dorfkernes von Löbtau. Der alte verfallene Torbogen weist den Weg ins Innere des Hofes, wo allabendlich einige der zehn Bewohner unterm Birnbaum bei ei- ner Flasche Wein den Tag auswerten. Gerd arbeitet eigentlich in München... »Ich habe meine Arbeitszeit so eingeteilt, daß ich nur alle zwei Wochen arbeite. Den Rest des Jahres verbringe ich am liebsten hier. Die Hängematte im Garten ist eben doch am besten zum Relaxen,« Die ersten urkundlichen Erwähnungen des ehemals als Gärtnerei genutzten Gebäudes gehen auf das 16. Jahrhundert zurück, in seiner heutigen Form existiert es seit 1836. Von baulichen Veränderungen blieb das Haus glücklicherweise weitgehend ver- schont. So bestehen auch heute noch alle Wände aus dem traditionellen Lehm-Strohgemisch, das trotz des hohen Alters hervorragende Dienste leistet. »Im Sommer sind die Räume angenehm kühl. Und im Winter heizen wir unsere alten Öfen, das ist gemütlicher als eine Heizung, meint Kati. Ihr Zimmer mit den kleinen geteilten Fenstern erinnert nostalgisch an alte Tage. Schlicht eingerichtet bietet es genug Platz für Bücher und Krimskrams. Auch das Bett erfüllt neben seiner eigentlichen Funktion noch die Aufgabe einer Riesentruhe, wenn man die Matratze zur Seite schiebt. Den relativ kleinen Wohnraum hat sie mit ihren zwei Kindern Jonas und Paula gerecht aufgeteilt. »Jeder von uns hat sein eigenes Zimmer, in dem er schalten und walten kann. Die Küche ist unser Versammlungs-, Eß- und Arbeitszimmer. Bisher hat dieses Prinzip ganz gut funktioniert, abgesehen von kleinen Reibereien natürlich.« Der Verein »Altlöbtau 18 e.V.« existiert seit Anfang des Jahres und versucht das Konzept einer umweltbewußten und sozialen Lebensweise neu zu beleben. »Niemand von uns besitzt einen Fernseher. So bleibt uns auch mehr Zeit für Gartenarbeit und Aufräumaktionen im und am Haus. Dies fördert wiederum das Entstehen einer wirklichen Lebensgemeinschaft.« Eine Besonderheit, die sich aus der knappen Wasserversorgung ergibt, ist die gemeinsame Nutzung einer Toilette, eines Bades und einer Waschmaschine. daß sich daran auch künftig nichts ändern wird, stört keinen, denn letztlich ist alles nur eine Frage der Organisation. »Gerade die Mixtur der verschiedenen Professionen und Generationen macht den Reiz unseres Zusammenlebens aus. Das Erdgeschoß beherbergt zum Beispiel die Werkstatt eines Korbmachers und einer Bildhauerin. Basis für zukünftige Projekte muß die Erhaltung des Hauses in seiner ursprünglichen Form sein«, stellt Kati fest, »dazu gehört unter anderem die Freilegung des alten Brunnens und die Wiederherstellung des alten Torbogens. Nur so kann die geplante Öffnung nach außen Sinn machen« Überlegungen gehen dahin, Projektwochen für Schüler anzubieten, in denen alte Handwerkstechniken vorgestellt werden, beziehungsweise Bildhauerworkshops durchzuführen. Es bleibt zu hoffen, daß die Verkaufsabsichten des ehemaligen Eigentümers den ehrgeizigen Plänen der Bewohner keinen Strich durch die Rechnung machen. Wer näheres erfahren möchte oder einfach ein vergnügliches Wochenende verleben will, ist herzlich zum Holunderfest am 12. September eingeladen.
((c) DRESDNER 9/98)
Zur Nachhilfe in die E 2- Erlenstraße 2Von außen erinnert wenig daran, daß das Haus Erlenstraße 2, Ecke Rudolf- Leonhardstraße
früher von Hausbesetzern bewohnt war. Jetzt bewohnen die ehemaligen Besetzer
das Haus offiziell, gründeten 1993 den Verein "Selbstorganisiertes Gemeinschaftliches
Wohnen, Arbeiten und LEben e. V.".
Die Stadt kaufte das Haus mit der Option, sozialen Wohnraum zu schaffen. Der
Um- und Ausbau wurde vom Land Sachsen finanziert und die Verwaltung übernahm
die STESAD.
Zur Zeit wohnen 15 Leute im Haus, die sich eine Küche und ein Bad teilen.Der
Rahmen ist locker gezogen, mit der Umsetzung des Hauptprojektes, eines "Jugendkommunikations-
und Freizeittreffs" läßt man sich Zeit. ((c) DRESDNER 9/98)
Das Haus auf der Columbusstraße 2 ist zwar rechtlich ein Wohnheim des Dresdner Studentenwerkes, aber man kann es nicht mit einem normalen Wohnheim vergleichen. 1992 gründeten Studenten den Verein "Wums e. V.", zum das Haus eigenständig zu sanieren. Heute wohnen hier 25 Studenten verteilt auf vier Wohngemeinschaften. ((c) DRESDNER 9/98)