Bei der Fahne

Ich diente bei der NVA von 1986 bis 1989. Meinen Grundwehrdienst absolvierte ich an der Unteroffiziersschule in Bad Düben. Ich wurde zum Funker ausgebildet.
Meinen Wehdienst leistete ich auf dem Flughafen bei Guben ab.
Wir wurden alle an der Verschrottung vieler Düsenflugzeuge beteiligt und vorzeitig entlassen.

Meine erste Begegnung mit dem Alkohol. Bergfest. Vier Kameraden und ich feiern die Hälfte der Dienstzeit in einem einschlägigen Lokal in der Nähe der Kaserne. Alle glänzen wir noch schick in unserer "Ausgeh-Uniform".


Trinken gehen ist eine akzeptierte Arbeitsweise des Soldaten. Alles wird gegen Abend immer lustiger, wir wandern zur Wohnung eines Soldaten, wo ich einen Großteil der Nacht hockend vor der Kloschüssel verbringe.

Meine Lehre daraus: nie wieder Alkohol!

Die Armeezeit formte unsere jungen Seelen. Leider nicht immer zum positiven hin. Schickane, Dummheit, Machtgehabe führten zu Rückzug oder Mitspiel, zu Abschotten oder Ausbruch.

Unser Vorgesetzter Major

Ebenfalls ein Major.

Während meiner Dienstzeit war ich glücklicherweise in einer Foto-Arbeitsgemeinschaft. wir durften bei Übungen wild herumfotografieren, obwohl alles streng vertraulich war.

Außerhalb der Kaserne im Kulturhaus war unsere Dunkelkammer. Einmal, bei einem Offiziersfasching, machten wir eine tolle Aktion: Wir fotografierten am Abend und entwckelten alles sofort und präsentierten die Fotos zum Verkauf noch am gleichen Abend.
Wir haben glaube ich an die zehn Flugzeuge verschrottet. Wir zerkloppten die Teile, schweißten alles auseinander. Es war wirklich wundervoll, an der eigenen Zersetzung mitzuarbeiten.
...und als letztes noch ein Auszug aus meinem Wehrdienstausweis.