Die Krise

Nach meiner Scheidung erlebte ich eine kurze Phase von überschäumender Freude, in der ich viele Freunde kennen lernte und das Leben genoss, weil ich frei geworden bin, weil ich das Wagnis der Scheidung um der Wahrheit willen auf mich genommen hatte.
Aus dieser Freiheit heraus, die ich als Löwe- Geborener unbedingt brauche, um produktiv zu sein, entstand die Idee der Wanderung auf dem Jakobs-weg, und auf dem Jakobs-weg entstand die Idee von Mediacity Dresden, welches ich dann in Dresden realisierte.
Während Mediacity bezahlte ich soviel Geld, wie ich auf meinem Herzen hatte, und wieviel ich bezahlen konnte. Da ich immer wenig verdiente, war das auch wenig.
Als ich die Scheidung wollte, wurden mir nach und nach die Konsequenzen deutlich. Dass es keine Hoffnung in meiner Ehe gab, das war schon im ersten Augenblick klar. Es gab kein Zurück, weil die Ehe noch nie bestanden hatte. Ich habe die Jahre einfach meine Gefühle ausgeklammert, weil dies so in dem Glauben gesagt wurde. Meine Trennung war nur die Realisierung der wahren Zustände.
Die Konsequenzen, die man im deutschen Familienrecht zu erleiden hat, sind: Völliges Ausbluten, Kontrolle, Zwang und Drohung bis zu Gefängnis, Abhängigkeit vom Wohlwollen der Richterin, man hat zu tun mit einer schrecklich angstmachenden Behördensprache, professionellen Drohgebärden, vom deutschen Rechtsstaat wird fast immer die Mutter bevorzugt, und dem Vater die Schuld in die Schuhe geschoben. Bei mir geing es sogar soweit, dass die Beziehung zu meinen beiden Söhnen durch die Härte und Länge, mit der das Verfahren geführt wurde, zerstört wurde. Die Kinder haben ihren Vater verloren.
Mir wurde gedroht, ich wurde verfolgt. Ich konnte mir beruflich keine Perspektive aufbauen, keine eigene Vision verfolgen, keine Schulungen und Weiterbildungen bezahlen, wurde auch aufgefordert, einen Nebenjob anzunehmen, wenn das Geld nicht reicht. Ständig änderten sich meine Arbeitsverhältnisse, und bei jedem Wechsel wurde ich erneut von dieser Maschinerie verfolgt, kontrolliert, bedroht.
Meine erste Lebensvision, Mediacity, gab ich resigniert auf, in dem Bewusstsein, nie frei werden zu können. Selbst eine neue Partnerin könnte von diesem System angezapft werden, also auch keine Zukunft möglich mit neuer Partnerin und neuen Kindern.
Alles dies führte bei mir zur Entwicklung einer tiefen Depression, die in Spanien mit einem Nervenzusammenbruch kulminierte, aufgrund dessen ich drei Monate krank geschrieben wurde.
Meine tantrische Lebenseinstellung, also die Fähigkeit, sich nicht mit den Lebensumständen identifizieren zu müssen, hat mir das Leben dabei gerettet. Ich sah mich von aussen, sah, wie mein Herz wild schlug, ich mich beklemmt fühlte, nicht wusste, wohin mit mir.
Dieser Nervenzusammenbruch war die Wende: nun entschloss ich mich, nur noch auf mich zu achten; meine Vision wieder zu suchen, mir endlich, nach den Jahren ziellosem Umherirren in verschiedensten Jobs ohne Perspektive zu beenden. Ich hatte eine Hoffnung gewonnen. Ich wusste, wenn mir in Deutschland wieder Fallen gestellt werden, dann kann ich mich überall zurechtfinden. Ich wusste ja schon seit Anfang an, dass man nur produktiv und glücklich leben kann, wenn man seine eigene Vision im Leben verwirklicht. Man muss sein Einkommen immer wieder auch in seine eigene Entwicklung stecken, in Weiterbildung, Kunst und Kultur, in Ausbildung, in Freundschaften, und das hatte ich Jahre lang nicht getan.

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