Öhrchen und Zähnchen

Dieses Buch wurde von mir im Februar 1981 angefangen und am 3. Mai 1982 beendet.
Es hat genau 188 Seiten und 29 Geschichten.
Die Zahl der Wörter beträgt 16.030.
Ich bin gerade 12 Jahre alt.

Öhrchens Höhlenabenteuer

"So, und nun leg dich fein hin und schlaf gut! Ich geh inzwischen auf den Markt für euch Möhrchen holen!" Und damit ging die Mutter Öhrchens und Zähnchens in den Wald. "Und morgen früh wird sie bestimmt wieder da sein"." Gong, Gong, gong....". "Du, Öhrchen, es ist schon um sieben!"
Da schliefen sie alle ein und am nächsten Morgen kräht der Hahn, eine Meise ruft "Öhrchen, aufstehen! Heute abend treffen wir uns an der alten Eiche! Bring bitte deine Taschenlampe mit!" "Ja, aber...." da war die Meise schon weggeflogen. Da wacht zähnchen auf. "Was tuschelst du denn so?" fragt zähnchen neugierig."Ach, nichts!" "Was wird Emma uns wohl mitgebracht haben?" "Bestimmt eine große Möhre für mich!" "Nein für mich!"
Sie waren so in ihr Gespräch vertieft, dass sie gar nicht merkten, dass die Hasenmutter schon im Zimmer stand. "Guten Morgen Kinderchen!" Da schreckten die beiden aber zusammen! "Ach du bists bloß, Mama!" "Na, wie habt ihr denn geschlafen?"sagt Öhrchen. "Und ich habe geträumt, dass du für jeden von uns eine Möhre geholt hast!" "Ja, das stimmt, Na, nun laßt es euch aber schmecken!" "Dankeschön!" sagten Öhrchen und Zähnchen wir im Chor.

"Und dann aber zum Frühsport!" "Yes Sir!" "Aber Öhrchen!" sagt Emma. Dei beiden ließen es sich alos schmecken, und als sie fertig waren, gingen sie auf die mit frischem Morgentau benetzte Waldwiese hinaus, wo bereits Hase, Maulwurf und Igel Sport trieben. Da machten die fünf eine Wette, wer zuerst um den See kommt. Nach dem Startzeichen purzelten sie alle miteinander los. Einmal war Zähnchen vorn, dann mal der Dackel Waldemar vom benachbarten Forsthaus, dann mal der Igel und wer macht den Sieger? Öhrchen war Sieger. Und deshalb bekam es einen Apfel.
Danach verabschiedeten sich die Tiere. Jeder tat seine Arbeit. Waldemar ging den Forsthof bewachen, der Maulwurf buddelte hunderte Hügel, Öhrchen und Zähnchen aber waren lustig und hopsten hin und her.
Durch dieses lustige Treiben verging der Tag wie im Fluge, so dass es bald Abend wurde. Wenn nicht die Meise noch einmal gekommen wäre, hätte Öhrchen ganz und gar vergessen, dass es doch abends zur alten Eiche kommen sollte. Also machte sie sich auf den Weg, nahm sich noch etwas Proviant mit und war gegen Abend am Treffpunkt, wo auch schon die Meise wartete.
"So, und nun werde ich dir mal die kleine Höhle zeigen, die außer mir keiner kennt. Also machen wir uns auf den Weg! Wo hast du eigentlich deine Taschenlampe?" "Ach oh Schreck, die habe ich ja ganz vergessen! Warte mal kurz!" sagte Öhrchen zu der Meise "ich gehe mal schnell nach Hause, meine Taschenlampe holen! Ach, die haben wir ja gestern zum Onkel Uhu geschafft! Zähnchen ist sie ja runtergefallen" "Das macht nichts" kam plötzlich eine unbekannte Stimme vom Laubhaufen hervor, "Ich habe eine!" "Wer mag das bloß sein?" fragten sich die beiden Höhlenforscher. Da raschelte es im Laubhaufen, es kamen ein paar Stacheln hervor- und darunter steckte der Igel, der noch keinen Namen hatte. "Was hast du?" "Ich meine ich habe eine Taschen- äh Petroleumlampe" - "Das geht zur Not auch noch" sagte darauf die kleine Meise. "Nun aber los!" Und damit ging es in eine Höhlung in der Eiche. Plötzlich pfiff es ganz laut. "Was ist denn das?" fragte Öhrchen aufgeregt.
"Das weiß ich auch nicht!" "Aber ich weiß es. Das Pfeifen kommt dadurch weil der Wind durch die Tröpfsteine fährt, und das klingt fast wie Pfeifen!" "Ich finde, wir könnten dich Igel Schlaukopf nennen!" "Das klingt hübsch!" "Das finde ich auch!"
"Hilfe, das sieht doch aus wie ein Vielfraß!" Langsam wurde es Öhrchen doch unheimlich und als sie weitergehen wollte, sahen sie, wie plötzlich lauter kleine tiere über sie hinwegflatterten.
"Was ist denn nun schon wieder?" fragte Öhrchen den Igel Schlaukopf. "Also ich will dir jetzt alles der Reihe nach erklären." sagte der Igel. "Das erste war kein gefräßiger Vielfraß, sondern ein Stein, der sich vor Jahrtausenden so geformt hatte, dass er wirklich wie ein Vielfraß aussieht.
An ihm erschraken sich schon viele Höhlenbesucher. Das zweite waren Fledermäuse, die am Tag schlafen, und da hängen sie wie Trauben an den Felswänden. Durch deinen Hilferuf hast du sie aber aufgeschreckt und so flüchteten sie. Durch das Erzählen kamen sie immer mehr auf den Höhlenausgang zu. Und hinter einer Biegung des Ganges leuchtete ihnen das Tageslicht zu.
Die Meise begleitete Öhrchen noch bis nach Hause. "Also gute Nacht!" und dann verschwand die Meise.
Öhrchen, vom vielen Erleben müde geworden, plumpste in das Bett und war gleich eingeschlafen. Die ganze Nacht träumte es von seinen Erlebnissen.

Geburtstag

Den Tag verbrachte Öhrchen mit dem Erzählen von ihren Erlebnissen. Der Igel Schlaukopf hatte auch ganz schön mit dem Erzählen zu tun: "Ich war auch mit Öhrchen und der Meise in der Höhle. Und einen Namen haben sie mir auch gegeben: Igel Schlaukopf!"
Der Tag wollte und wollte nicht aufhören, überall her kamen Maulwürfe, Füchse, Dachse, Vögel und sogar ein Luchs.
Dabei wurde schnell Abend und alle Tiere gingen friedlich schlafen. Sie hatten viel erfahren.
Am nächsten Morgen stand ein Blumenstrauß auf dem Tisch. Und als sie aus dem Zimmer raus kam, gratulierte ihr die Mama: "Ich gratuliere dir ganz herzlich zu deinem neunten Geburtstag und wünsche dir alles Gute!"
Damit überreichte sie Öhrchen einen Kob voll Mohrrüben. "Dankeschön Mama!" freute sich Öhrchen "Und ich werde dir ein Lied singen!" sagte Zähnchen "Au fein!"
"Also:
Und weil du heut Geburtstag hast
singen wir dir ein Ständchen.."
Dann fingen sie an, aus Herzenslust die Möhren aufzuknabbern. Am Nachmittag ging es dann auf den Rummel. Aber davon in der nächsten Geschichte.

 

Rummel auf der Waldwiese

Am Nachmittag ging die ganze Falmilie Hase auf den Rummel. Zuerst ging es querfeldein und dann auf einem Waldweg, bis man in der Ferne den Rummel erblickte.