Privatgedanken

März 2003 Wieder in Dresden angekommen, möchte ich euch einen kleinen Rückblick über das, was ich erlebt habe, zukommen lassen, und einen Blick in mein jetziges Sein in Dresden werfen lassen.
Die Zeit in Darmstadt und in der Schweiz war für mich eine tiefe Weiterbildung. Ich habe in Darmstadt eine Kommunity (www.rm-stadt.de)kennen gelernt, in der ich mich sehr wohlgefühlt habe. Es waren da Mathias (www.shivashakti.de) und Corinna, Claudia und Marion. Ich habe in Darmstadt Arbeit gesucht, aber wegen einem Überangebot von Bewerbern und Unterangebot von Stellen keine gefunden.
Nils http://nils.4xtc.de/), ein spirituell orientierter Mensch, hatte eine umfassende Aufbauarbeit in der Gemeinschaft geleistet.
Er ist gerade im Januar nach Schloss Glarisegg (www.castle-glarisegg.com) umgezogen, und ich habe ihm beim Wohnungsausräumen geholfen. Dabei ging mir ein Gedanke nicht aus dem Kopf: ich fahre gleich mit aufs Schoss. Mich hat das Projekt, mit zehn Leuten ein Schloss zu kaufen und darin ein spirituelles Zentrum der Einheit aufzubauen, sehr inspiriert.
Und ich bin gleich mitgefahren, habe meinen Rucksack gepackt und war am nächsten Tag dort.
Das Schloss hat eine tiefgreifende Ausstrahlung: man verliert alle Anstrengung, alle Ziele und alle Aktion und kommt ganz zu sich selbst zurück, kommt in eine tiefe Ruhe und Leere, die anfangs etwas beängstigend wirkt, dann aber zum Ausgangspunkt für Tiefe wird.
Ich wohnte dort eine Woche, war zuerst ganz dabei, merkte aber dann eine starke Abgrenzung der Gruppe (wir sind schon voll) und fühlte, dass ich wieder nach Darmstadt zurück gehe. Dann wurde ich aber von Reinhold eingeladen, an einem Tantra-Snowboard- Workshop in den Flumser Bergen teilzunehmen, den er mit Annett leitet.
Das hieß eine Woche Meditationen und Körpererfahrungen und Snowboard. Es war viel Zeit, viel Freiheit und viel Kreativität. Wir Teilnehmer haben eine starke Nähe und Transparenz zueinander entwickelt.
Nach der Woche fuhr ich mit Annett bis Karlsruhe und von dort mit dem Zug wieder bis Darmstadt.
Ende März wurde mir unter anderem bei einem Kurzbesuch in Dresden deutlich, dass ich nicht ewig meine Kinder nicht sehen kann und dass ich wieder nach Dresden zurückgehe. Deshalb fuhren mich Corinna und Mathias nach Dresden zurück.
April 2003 Ich brauchte einige Tage, bis ich wieder richtig in Dresden ankommen konnte, ich hatte mich ja absolut von Dresden im Januar verabschiedet.
Ich habe viel in meine Internetseite geschrieben; zu viele Anregungen habe ich mitgebracht.
Als erstes Projekt möchte ich mich in der Spenerstraße 21 (www.spener21.de) engagieren, dort das Projekt Lebenswerk aufbauen.
Mittlerweile habe ich mich schon bei der Kindervereinigung für einen Job in einem Kinderladen beworben und beim Stadt-Jugend-Ring als Leiter des Kinder- und Jugendhauses Schieferburg.
Mai 2003

Ich bin bis jetzt und immer noch ein "Glücklicher Arbeitsloser", denn ich finde nun total viel Zeit, Dinge zu tun, die mich interessieren und die mich begeistern, weil ich denke, dass ich damit etwas in der Gesellschaft bewegen kann.
Ich mache in einer Projektwerkstatt Striesen mit und habe dort ein philosophisches Nachtafe aufgemacht, zu dem ich nach und nach die interessanten Größen der Stadt einlade.
Ich interessiere mich sehr für Politik und Ökonomie, gehe auf Veranstaltungen, Lesungen, Diskussionen und Vorträge, wobei ich sehr viele interessante Menschen kennenlerne. Ich möchte natürlich auch weiterdenken, und so gehört für mich die Spiritualität unbedingt zum Politischen dazu.
Dann gibt’s in Dresden Leute, die ein Stadtradio aufbauen wollen, und da interessiere ich mich dafür, in wieweit wirkliche Meinungsfreiheit herrscht, man also wirklich einen Sender aufbauen kann. Und alles zusammengefaßt, was ich tun möchte, habe ich unter dem Label "Lebenswerk"; da steckt die Politik ebenso wie das Spirituelle drin; eben am Leben werken, gemeinsam mit anderen.
Das Einzige, was mir zum Glücklichsein noch fehlt, ist eine Freundin. Glücklich aber allein.
Arbeitsmäßig reißen sich schon die Arbeitgeber um mich. Ich kann richtig wählen, was ich machen möchte und habe mich für eine ABM in der Kreativitätsschule Dresden entschieden. Öffentlichkeitsarbeit und Kreativität, Handeln im Stadtteil mit Kindern und Jugendlichen gegen Rechtsradikalismus. Da steckt alles drin.
Geldmäßig pfeife ich auf dem letzten Loch. Eine große Rückforderung vom Finanzamt und die ständigen Unterhaltszahlungen nehmen mir alles und ich lebe fast immer im Dispokredit, obwohl ich nur ca. 100 euro im Monat zum Leben habe. Aber das ist nicht das Entscheidende.

Juli 2003 Ich beginne im Kreativhaus Dresden zu arbeiten.
Es macht richtig viel Spaß; ich arbeite mich gut ein und genieße die guten Beziehungen zu den neuen Kollegen.
August 2003 Bei einer der vielen Scheidungsverhandlungen werde ich von meiner Richterin, Frau Muck am Amtsgericht Dresden, mit Gefängnis bedroht, wenn ich nicht bald meinen Unterhaltsverpflichtungen von mindestens 444 Euro im Monat nachkomme. Meine Frau möchte außerdem noch 250 Euro im Monat von mir haben. Zur Zeit kann ich nur 230 Euro zahlen.
Mit diesem finanziellen Druck werde ich in der nächsten Zeit arg zu kämpfen haben. Ich kann nicht sparen, kann mich nicht selbständig machen, darf nur Vollzeitjobs annehmen, muss mich bundesweit bewerben...
Ich bin unsicher, was ich überhaupt tun darf, verliere meinen Lebensweg immer mehr aus den Augen und sehe keine reale Perspektive. Und hinter allem droht das Gefängnis.
September 2003 Ein Lichtblick: Ich bewerbe mich bei Mosaic, einem spanischen Verein, der deutsche Jugendliche in Spanien betreut. Ich fahre an einem Wochenende hin, um mich zu bewerben. Ich weiß nicht, ob das Geld reicht, aber dieses Angebot ist faszinierend und der erste Arbeitgeber, der mich einstellen möchte. Allerdings bin ich dort selbständig. www.can-costica.com
Oktober 2003 Im Kurs Kreatives Schreiben wird mir immer wieder gesagt, dass ich ein großes Talent habe. Ich weiß gar nicht, woran das liegt, finde meine Texte ganz normal. Aber ich veröffentliche mal einen Text hier. Mal sehen, was ihr dazu sagt:
Warum ich schreiben möchte
Dezember 2005 Wer weiterlesen möchte, der findet jetzt, mit dem neuesten Stand der Technik, mein Onlinetagebuch auf www.holderpolder.wordpress.com